Deutsche Eishockey Liga - ERC Ingolstadt vs. EHC München

02.03.2012

 

Eishockey DEL

49. Spieltag

ERC Ingolstadt - EHC München

Ingolstadt

Weiterer Dämpfer für München im Kampf um die Play Offs

München verliert Oberbayernderby in Ingolstadt

 

 

 

München kämpft um die Play Off Teilnahme, Ingolstadt um Prestige. 
So könnte man in einem kurzen Satz die derzeitige Konstellation beider Oberbayern beschreiben.

Und das Spiel zeigte dies deutlich. 
 
München mit den Messern zwischen den Zähnen gab von Beginn an mächtig Gas. Zuviel Gas, denn nur zehn Sekunden nach dem Eröffnungsbully durften die Panther zum ersten Mal in Überzahl ran.

Dabei zeigte sich schnell, in welche Richtung dieses Spiel an diesem Abend gehen sollte. Jared Ross scheitert mit der ersten besten Möglichkeit in dieser Powerplaysituation nur knapp. Das sollte einer der wenigen Schüsse beim ERC bleiben, die nicht ihren Weg ins Tor fanden.

Der EHC spielte auf, der ERC spielte mit. München drängte, Gordon vereitelte.

München war im gesamten ersten Drittel optisch einen Tick besser. Allerdings scheiterten sie immer wieder an sich selbst oder an Gordon, der einen sehr guten Tag erwischt hatte.

Erstklassige Möglichkeiten von Ulrich Mauer in der 6. Minute sowie Eric Schneider in Überzahl wenig später ließen die Münchener ungenutzt verstreichen.

Im Gegenteil! Kris Sparre hatte in Unterzahl sogar den Führungstreffer auf der Kelle. Sparre fing einen Pass der Gäste an der blauen Linie ab und lief beinahe unbedrängt auf Sebastian Elwing zu. Münchens Goalie reagierte geistesgegenwärtig und verhinderte den Short-Hander der Schanzer.

Ian Gordon, wie bereits zuvor erwähnt, durfte sich dann wieder über seine Rolle als Hauptdarsteller im Spektakel freuen. War er es doch, der eine Großchance nach der anderen des EHCM abwehren konnte.

Das Drittel neigte sich dem Ende zu und die Ingolstädter durften noch einmal ihr Glück im Powerplay auf die Probe stellen. Derek Hahn verpasste auch hier die Führung nur knapp (18.). David Cespiva fing sich auch noch eine 2 minütige Strafe ein und Ingolstadt bekam für 16 Sekunden die Möglichkeit fünf gegen drei zu spielen. München meisterte diese Situation recht gut. Doch wie heißt es so schön? Wenn man kein Glück hat, kommt oft noch Pech hinzu. Der ERC plötzlich noch vor der Drittelpause mit der 1:0 Führung!

Christoph Gawlik schubst die Scheibe in den Slot, dort wird sie von einem Münchner Schlittschuh ins eigene Tor abgefälscht. Und das Pech blieb in den Reihen der Münchener. Denn Gordon verhinderte nur wenige Sekunden nach der glücklichen Führung des ERC den Ausgleich für München.

Das zweite Drittel begann, wie das Erste endete. Mit vielen hochkarätigen Chancen für München und einigen für Ingolstadt. Zuerst aber musste Gordon die Ingolstädter ein weiteres Mal vor dem Ausgleich bewaren. Auch hier Prädikat: Hammer Safe! Mike Kompon drosch einen Pass von Eric Schneider aufs Tor, Münchener Fans jubelten... Aber alles umsost. Gordon hatte die Scheibe unter sich begraben. Das sah dann auch der Schiri nach kurzem Videostudium so.

 

 

Dann ging alles ganz schnell. Zwei Tore etwa zur 30. Minute rum beförderte den ERC auf den richtigen Weg zum Sieg und den EHC weiter weg von den Play Offs. Luciano Aquino's Flachschuss (28.), weitere zwei Minuten später dann der Allrounder Stephan Retzer: Schon stand es 3:0 für Ingolstadt.

Ulrich Mauer sorgte zwar im Gegenzug für das 3:1. Das sollte aber nicht lange bestand haben. In der 37. Minute war es ein weiteres Mal Luciano Aquino, der sich für einen weiteren Vertrag bei den Panthern empfehlen wollte.

Und Aquino scheint es wirklich ernst zu meinen, dass er gerne in Ingolstadt bleiben möchte. Zu Beginn schoß er sich selbst zum Hattrick, den ERC zur 5:1 Führung und die mitgereisten EHC-Fans in Depressionen.

München antwortete zwar noch mit Christian Wichert's 5:2 recht flott auf Aquinos Show, aber der ERC spielte das jetzt runter.

Ja von wegen! Sowas steht meistens als letzter Satz ganz unten, doch dem war nicht so. München mit dem Mut der Verzweiflung und mit Mike Kompon vier Sekunden vor Schluss. Das 5:3 fiel nach dem man Gordon zuvor schon einige Male zu sensationellen Safes zwang.

Letztenendes geht der Sieg der Ingolstädter aber trotzdem in Ordnung. Sie waren clever genug, sich nicht in Hektik bringen zu lassen und haben getreu dem Motto einer Spitzenmannschaft agiert: "Abwarten. Die müssen, wir können."

München dagegen hat sich gerade zum Schluss verrennt und verkrampft.